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Kratzbaum selber bauen

Hat Deine Katze Dir signalisiert, dass Du ihren neuen Kratzbaum selber bauen sollst, weil sie ihr Mainstream-Modell allmählich satt hat? Keine Sorge, das Projekt kann auch Anfängern gelingen, wenn sie etwas handwerkliches Geschick mitbringen und nützliche Informationen verfügbar haben. Letztere liefern wir Dir mit diesem Beitrag.

Worauf Du grundsätzlich achten solltest

Zunächst sei angemerkt, dass es kein einfaches Projekt ist, einen Kratzbaum selber zu bauen. Bedenke, dass das fertige Katzenmöbel Deine Samtpfote(n) problemlos aushalten und auch wilderes Verhalten verkraften muss. Dafür sind gründliche Vorüberlegungen erforderlich. Beim Zusammenbau selbst solltest Du Dir genügend Zeit nehmen und hochkonzentriert sein.

Tipp: Für einen geübten Handwerker mit Vorkenntnissen ist ein komplettes Wochenende als benötigter Zeitraum realistisch. Bist Du unerfahren, kann es auch etwas länger dauern, bis der Kratzbaum steht – schon allein durch das viele Überlegen.

Bevor Du Dir nähere Gedanken über die Materialien und Werkzeuge machst, gilt es erst einmal den geplanten Standort des Kratzbaums genauestens auszumessen. Fertige dann eine detaillierte Skizze an, wie Du Dir das Ergebnis vorstellst. Notiere dabei unbedingt auch konkrete Maße. Auf diese Weise beugst Du teuren Fehlkonstruktionen und Materialverlusten vor.

Folgende Punkte solltest Du grundsätzlich beachten, wenn Du Deiner Katze ihren neuen Kratzbaum selber bauen willst:

Standfläche: Der Kratzbaum muss vollkommen stabil sein, umso mehr, je höher er werden soll – Stichwort Statik. Aus diesem Grund ist ein ausreichend großer und schwerer Fuß elementar. Denkbar sind beispielsweise eine kräftige Bodenplatte aus Holz oder auch ein Fuß aus Betonguss.

Tipp: Befestige sehr hohe Kratzbäume zusätzlich an der Zimmerdecke oder Wand.

Oberflächen: Glatte Oberflächen sind extrem wichtig, damit sich Deine Katze auf dem Kratzbaum nicht verletzt. Vermeide Splitter, indem Du alle Holzkomponenten sorgfältig abschleifst. Falls Du Kunststoff verbauen möchtest, muss dieser absolut bruchsicher sein. Nägel und Schrauben dürfen nicht abstehen – versenke sie also plan im Holz und überdecke sie möglichst mit anderem Material. Gleiches gilt für Klammern. Prinzipiell raten wir Dir, lieber ungiftig zu kleben statt zu klammern, wo immer das realisierbar ist.

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Materialien: Verwende ausnahmslos schadstofffreie Materialien. Kein genutztes Utensil darf eine gesundheitliche Gefahr für Deine Katze darstellen.

Checkliste zum Ausarbeiten der Kratzbaum-Skizze

Wie groß und schwer ist Deine Katze? Für große Katzen wie Maine Coon oder Norwegische Waldkatze muss der Kratzstamm einen Durchmesser von mindestens zwölf, besser noch 14 Zentimetern haben und wenigstens 90 Zentimeter lang sein, damit die Katze mit beiden Pfoten ausgestreckt kratzen kann. Bei kleinen oder durchschnittlich großen Katzenrassen sind in puncto Durchmesser acht bis zehn Zentimeter und hinsichtlich der Länge 70 bis 80 Zentimeter ausreichend.

Ist Deine Katze sehr groß, schwer und/oder temperamentvoll? Dann achte ganz besonders auf höchste Stabilität und kalkuliere viele Ebenen zum Klettern ein.

Ist Deine Katze schon etwas älter? Dann sind Aufstiegshilfen wie Stufen und Schrägen sowie Ruheplätze wichtig.

Hast Du mehrere Katzen, die sich den Kratzbaum teilen sollen? Dann plane pro Katze (!) mindestens einen Kratzstamm und zwei Plätze ein.

Welchen Einrichtungsstil pflegst Du? Passe die Materialien und Farben sowie das grundlegende Design des Kratzbaums daran an, damit er sich harmonisch ins Gesamtbild einfügt.

Wie hoch ist Dein Budget? Es bringt nichts, den schönsten Kratzbaum zu planen, wenn Du Dir die benötigten Teile nicht leisten kannst. Zur Orientierung: Für einen relativ einfachen Kratzbaum zum selber Bauen sind 100 bis 150 Euro realistisch.

Diese Materialien und Werkzeuge benötigst Du

Die gute Nachricht ist: Fast alle Materialien und Werkzeuge, die Du zum Bauen des individuellen Kratzbaums benötigst, gibt es im Baumarkt. Manche kannst Du auch direkt aus Deinem Garten beziehen, so Du denn einen hast.

Fuß: Geeignet sind eine große, schwere Holzplatte oder Betonguss.

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Tipp: Soll der Kratzbaum auf Parkett, Laminat oder Fliesen stehen, platzierst Du unter dem Fuß am besten eine rutschfeste Unterlage.

Stamm: Ideal ist der Stamm eines jungen Obst- oder Laubbaums (beispielsweise Apfel- oder Kirschbaum, Birke, Buche oder Eiche). Nicht sinnvoll sind Nadelhölzer – zum einen, da sie stark harzen und so das Fell verkleben könnten, zum anderen, da es sich um Weichhölzer handelt, die sich nicht so widerstandsfähig präsentieren.

Tipp: Frag mal in einer Baumschule oder bei einem Förster nach ausgelichtetem Holz, das lohnt sich oft. Wenn sich dahingehend gar nichts ergibt, kannst Du aber auch auf Bauhölzer aus dem Baumarkt zurückgreifen. Deren Durchmesser sollte mindestens zwölf Zentimeter betragen.

Bretter und Körbe: Elemente wie Holzbretter und Rattankörbe dienen als Liegeflächen und Höhlen.

Schaum- und Bezugstoffe sowie Kunstfell: Zum Polstern und Beziehen der Bretter sowie zum Auskleiden der Höhlen verwendest Du am besten Schaum- und Bezugstoffe sowie Kunstfell.

Tipp: Befestige die Textilien möglichst so, dass Du sie gut abziehen und waschen sowie bei Bedarf auch austauschen kannst. Ein Klettband erweist sich in diesem Zusammenhang als sehr praktisch.

Sisal: Sisalseil gehört zu den wichtigsten Materialien, schließlich bildet es am Ende die Kratzfläche. Du musst es stramm um den Stamm wickeln und fixieren – dies klappt, indem Du den Kratzbereich vorher einleimst.

Spielzeug: Plüschbällchen, Quasten, Maus – etwas Baumelndes zum Spielen sollte Dein selbstgebauter Kratzbaum auch aufweisen.

Verbrauchsmaterialien: Das sind Pappe für Schablonen, Nägel und Schrauben, ungiftiger Holzleim, Klammern, Unterlegscheiben, Winkel – je nachdem, was Du für Dein geplantes Modell brauchst.

Werkzeug: Du benötigst vor allem Säge, Bohrer, Akkuschrauber, Hammer und Wasserwaage. Zusätzlich können etwa Handbeil und Spachtel hilfreich sein.

Kratzbaum selber bauen – eine kleine Basisanleitung

  1. Sofern Du einen Naturstamm verwendest, solltest Du diesen mit einem Spachtel entrinden und daraufhin ein paar Wochen trocken lagern. Dies verhindert, dass Du Dir unter der Borke versteckte Holzinsekten einschleppst. Zudem verzieht sich das Holz dann nicht mehr.
  2. Befestige den Stamm (oder die Bauhölzer) am Fuß. Im Falle einer hölzernen Bodenplatte kannst Du die Elemente einfach verschrauben. Entscheidest Du Dich stattdessen für den Betonguss, wird der Stamm sozusagen festgegossen. Es empfiehlt sich aber auch bei dieser Variante, den Stamm vorher auf eine (kleinere) Holzplatte zu schrauben, um ihn besser handhaben zu können und beim Einbetonieren leichteres Spiel zu haben.
  3. Als nächstes kappst Du den Stamm und/oder die Äste jeweils plan auf der Höhe, auf der Du die Liegeflächen anbringen möchtest. Vergiss nicht, dass der Stamm mindestens an einer Stelle lang genug sein muss, dass Deine Katze ausgestreckt kratzen kann.
  4. Schneide die Liegeflächen mit einer Stichsäge zu. Es ist sinnvoll, vorher Schablonen anzufertigen und deren Passgenauigkeit an den Stämmen und/oder Ästen zu prüfen.
  5. Montiere die Liegeflächen und Höhlen mit Unterlegscheiben und/oder Winkeln auf und/oder zwischen den Ästen. Es müssen waagerechte Flächen entstehen, die bombenfest sitzen. Übrigens: Zwischen zwei Ästen oder Rundhölzern kannst Du sogar eine Katzenhängematte befestigen.
  6. Polstere, beziehe und verkleide die Liegeflächen und Körbchen mit Stoff.
  7. Leime den geplanten Kratzbereich mit ungiftigem Holzleim ein und umwickele ihn eng mit Sisalseil.
  8. Befestige etwaiges Spielzeug.
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So kannst Du einen Kratzbaum selber bauen.

FAQ

Wie baue ich einen Kratzbaum selbst?

In erster Linie mit einer guten, logischen Anleitung sowie den richtigen Materialien und Werkzeugen. Du brauchst einen guten Plan und ausreichend Zeit, um einen robusten Kratzbaum selber zu bauen.

Welche Materialien benötige ich für einen Kratzbaum?


Um einen Kratzbaum selber zu bauen, ist in erster Linie Holz erforderlich. Darüber hinaus benötigst Du Schaum- und Bezugstoffe sowie Sisalseil. Optional sind etwa Betonguss (für den Standfuß) und Rattankörbe (als Ruhezonen für Deine Katze).

Welches Holz kann ich für einen Kratzbaum nehmen?

Besonders gut geeignet ist das Holz eines jungen Obst- oder Laubbaums (z.B. Apfel- oder Kirschbaum, Birke, Buche oder Eiche). Verzichte hingegen auf Nadelhölzer – diese harzen stark (verklebtes Fell) und sind als Weichhölzer weniger robust.

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